Trockene Augen: Junge Frau hat sich die Brille auf die Stirn geschoben und hält die Hände vor die Augen.
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Symbolbild

Ob im Homeoffice oder im Büro, Bildschirmarbeit ist für unsere Augen Stress pur. Trockene Augen und Augenlider sind häufig die Folge. So halten Sie Ihre Augen frisch und vermeiden Beschwerden.

Schätzungen zufolge arbeiten rund 18 Millionen Menschen in Deutschland überwiegend am Bildschirm. Tendenz steigend. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Zahl noch deutlich gestiegen. Nicht nur viele Berufstätige, fast alle Studenten und immer mehr Schüler arbeiten derzeit von zu Hause – einige von ihnen bereits seit Wochen und Monaten.

Für die Augen ist das eine zusätzliche Herausforderung. Denn die Bedingungen im Homeoffice sind häufig alles andere als ideal: improvisierte Arbeitsplätze, zu kleine Monitore, schlechte Lichtverhältnisse … Umso wichtiger ist es, die Augen regelmäßig zu entlasten und den Tränenfilm schön feucht zu halten.

Das „Office-Eye-Syndrom“

Wenn wir konzentriert am Computer arbeiten, starren wir meist mit gleich bleibender Entfernung auf den Bildschirm. Dadurch verändert sich die Frequenz des Lidschlags und wir blinzeln deutlich seltener. Statt circa 15 Mal pro Minute blinzeln wir vor dem Bildschirm nur etwa 4 Mal. Die Folge: Der schützende Tränenfilm befeuchtet nicht mehr ausreichend unseren Augapfel, die Tränenflüssigkeit verdunstet. Doch genau die ist wichtig, damit unsere Augen frisch und gesund bleiben.

Die Tränenflüssigkeit hält die Augen feucht. Sie versorgt die Hornhaut mit Nährstoffen und Sauerstoff und macht die Augenlider geschmeidig. Zudem hat der Tränenfilm eine wichtige Schutzfunktion. Er spült bei Bedarf Fremdkörper aus dem Auge und enthält keimtötende Substanzen, die die Augen vor Infektionen schützen.

Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten, einer schleimhaltigen, einer wässrigen und einer Fettschicht. Wenn der Körper nicht genug Tränenflüssigkeit produziert oder die Zusammensetzung nicht stimmt, reißt der Tränenfilm. Die Augen trocknen aus, sind gerötet, jucken und brennen. Oder sie tränen in einem fort und können sich leichter entzünden. Im Zusammenhang mit Bildschirmarbeit sprechen Experten dann vom „Office-Eye-Syndrom“. Und das wird jetzt in der kalten Jahreszeit häufig noch durch zu trockene Luft und die Heizung verstärkt.

Gestresse kleine Augen

Durch die intensive Nutzung von Smartphones, Tablets und Co. sind inzwischen immer mehr junge Menschen von trockenen Augen betroffen. Auch Kinder und Jugendliche klagen bereits über gereizte und müde Augen. Und die Beschwerden dürften noch zunehmen. Denn aktuelle Studien zeigen: Kinder und Jugendliche haben seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich mehr Zeit am Bildschirm verbracht – mit Lernen und Homeschooling, aber auch mit Online-Spielen, Streaming-Angeboten und sozialen Netzwerken.

Weitere Ursachen für trockene Augen

Nicht immer sind die großen und kleinen Bildschirme schuld, wenn unsere Augen matt und strapaziert sind. Auch Umwelteinflüsse, biologische Faktoren, Erkrankungen oder mechanische Reize können der Grund dafür sein, dass die Augen nicht genügend Tränenflüssigkeit produzieren.

Trockene Heizungsluft, Zugluft, Klimaanlagen oder im Sommer ein hoher Ozongehalt sorgen ebenfalls dafür, dass die Tränenflüssigkeit schneller verdunstet. Zudem belasten rauch, Abgase und Feinstaub die Augen.
Die Produktion der Tränenflüssigkeit nimmt mit dem Alter ab. Auch die Hormone spielen dabei eine Rolle. So sind Frauen grundsätzlich öfter betroffen als Männer, allen voran Frauen in den Wechseljahren.
Sogenannte Benetzungsstörungen des Auges stehen häufig im Zusammenhang mit bestimmten Krankheiten – zum Beispiel Diabetes mellitus, Rheuma, Autoimmun- oder Schildrückenerkrankungen.
Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, können die Produktion der Tränenflüssigkeit ebenfalls reduzieren. Dazu gehören Betablocker, die Antibabypille sowie bestimmte Psychopharmaka wie eine Gruppe der Antidepressiva oder manche Neuroleptika.
Wird eine Fehlsichtigkeit nciht durch eine Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen, muss sich der oder die Betroffene besonders konzentrieren. Das stresst die Augen, lässt sie schneller ermüden und beeinflussr wiederum die Produktion der Tränenflüssigkeit.
Mechanische Reize (etwa durch Reibung oder das Tragen von Kontaktlinsen) können trockene Augen ebenfalls begünstigen und die Symptome verschlimmern. Zudem können beim Schminken Partikel in die Augen gelangen und sie reizen. Das Gleiche gilt für Cremes und Make-up.

Wichtig: Lassen Sie bei anhaltenden Beschwerden die Ursache von einem Arzt abklären – vor allem wenn die Augen stark gerötet sind oder die Sehfähigkeit eingeschränkt ist. Er kann bei Bedarf spezielle Augentropfen oder Salben verordnen, die Sie bei uns in der Apotheke bekommen.   

Symptome bei trockenen Augen 

Nicht nur die Ursachen können unterschiedlich sein, auch die Symptome bei trockenen Augen sind vielfältig. Bei einigen Betroffenen macht sich das Problem sogar durch tränende Augen bemerkbar. Das klingt erst mal paradox, ist aber durchaus logisch. Denn wenn die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist, reißt er schneller. Oder das Auge versucht, die Trockenheit durch eine verstärkte Produktion von Tränenflüssigkeit auszugleichen.

Folgende Beschwerden können ein Anzeichen für trockene Augen sein. Sie treten einzeln, häufig aber auch in Kombination auf:

  • Juckreiz
  • gereizte, brennende und müde Augen
  • geschwollene Lider
  • gerötete Bindehaut
  • Sehstörungen oder verschwommene Sicht
  • Lichtempfindlichkeit
  • Fremdkörper- oder Druckgefühl
  • verklebte Lider nach dem Schlafen

7 Tipps: So beugen Sie trockenen Augen vor

Die gute Nachricht: Trockene Augen lassen sich vermeiden, zumindest wenn die Beschwerden durch die Arbeit am Computer oder Laptop verursacht werden. Unsere Tipps helfen dabei:

  1. Achten Sie bei der Arbeit am Monitor darauf, häufig zu blinzeln. Schauen Sie dabei bewusst in die Ferne und blinzeln Sie – alle 20 Minuten für 20 Sekunden. Das entspannt die Augen.
  2. Sorgen Sie an Ihrem Arbeitsplatz für ein gesundes Raumklima, achten Sie auf eine gute Beleuchtung und lüften Sie regelmäßig.
  3. Trinken Sie ausreichend – eineinhalb bis zwei Liter Wasser oder ungesüßter Tee pro Tag sollten es idealerweise sein.
  4. Machen Sie regelmäßig Pausen.Und wenn es möglich ist, gehen Sie raus, machen Sie einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft und gönnen Sie Ihren Augen andere Ausblicke. 
  5. Tragen Sie Kontaktlinsen nicht länger als unbedingt nötig.
  6. Meiden Sie Tabakrauch sowie Zugluft und Klimaanlagen – vor allem am Arbeitsplatz.
  7. Achten Sie darauf, dass der Bildschirm einen Abstand von 50 bis 80 Zentimeter zu Ihnen hat.

Abschminken ist Pflicht

Wenn Sie unter trockenen Augen leiden, ist gründliches Abschminken besonders wichtig. Es verhindert, dass Make-up-Reste die Augen reizen oder die Liddrüsen verstopfen. Ihre Apotheke hat spezielle, geprüfte Make-up-Entferner vorrätig, die die Augenpartie auch bei wasserfestem Make-up sanft und reizlindernd reinigen. Gönnen Sie Ihren gestressten Lidern anschließend eine Extraportion Pflege – am besten mit einer geeigneten Augencreme aus der Apotheke mit beruhigenden und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen.

Augentropfen gegen trockene Augen

Manchmal ist es mit vorbeugenden Maßnahmen und Übungen zur Entspannung der Augen nicht getan. Dann sollten die Augen regelmäßig befeuchtet werden, um sie vor Austrocknung zu schützen.

Als sogenannte Tränenersatzmittel haben sich Augentropfen mit feuchtigkeitsspendenden Substanzen wie Hyaluronsäure bewährt. Sie stabilisieren den Tränenfilm und werden mehrmals täglich angewendet. Viele Augentropfen enthalten weitere Wirkstoffe wie Dexpanthenol, Ectoin oder Euphrasia. Bei stärkeren Beschwerden gibt es auch Augentropfen, die alle Schichten des Tränenfilms, also auch die Lipidschicht, ergänzen. Besonders bei Bindehautreizungen können Produkte mit Euphrasia verwendet werden. Die Pflanze, auch Augentrost genannt, ist für ihre reizlindernde Wirkung bekannt und reguliert den Flüssigkeitshaushalt des Auges.

Sie bekommen die Präparate rezeptfrei bei uns in der Apotheke. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern zu der Vielzahl der Produkte und sagen Ihnen, welche Wirkstoffe für wen geeignet sind.

Tipp: Tränenersatzmittel sollten frühzeitig und häufig angewendet werden. Denn ist das Auge erst mal richtig angegriffen, dauert es oft Wochen und Monate, bis es sich wieder regeneriert. Stellen Sie also am besten ein Fläschchen mit Tränenersatzlösung griffbereit an Ihren Arbeitsplatz.

Auch Gele helfen

Eine echte Alternative zu Augentropfen sind Gels oder gelartige Tropfen. Anders als die Tropfen, die in der Regel tagsüber angewendet werden, werden sie häufig bei stärkeren Beschwerden oder abends kurz vor dem Schlafengehen aufgetragen. Durch die gelartige Konsistenz haften sie besser und wirken deutlich länger im Auge. Das Sehvermögen wird durch sie nicht beeinträchtigt.

Keine Konservierungsstoffe

Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, empfehlen wir Ihnen Augentropfen ohne Konservierungsmittel. Denn einige Konservierungsstoffe können sich auf den Linsen ablagern und Verfärbungen oder sogar Unverträglichkeiten verursachen. Konservierungsfreie Augentropfen gibt es in praktischen Einzelportionen für unterwegs oder auch in speziellen Fläschchen, die steril abgefüllt sind und bis zu 6 Monate nach Öffnung verwendet werden können.

Jan Henning Staggenborg,

Ihr Apotheker

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